Die Sucht, das Suchtgedächtnis und wir

Am 31.01.2025 trafen wir uns im Priesterhaus in Kevelaer zum Thema „Suchtgedächtnis“. Nach dem gemeinsamen Abendessen startete das Seminar mit einer kurzen Befindlichkeits- bzw. Vorstellungsrunde. Vertieft wurde das ganze dann am Samstag.
Es stellte sich die Frage, ab wann gibt es ein Suchtgedächtnis. Sofort wenn ich trinke oder konsumiere, oder erst später.
Was ist dieses Suchtgedächtnis? Hat das jeder, meldet sich das immer?
Ein Teilnehmer meinte sein Suchtgedächtnis gibt es nicht. Er hätte noch nie oder besser gesagt bis jetzt noch nichts davon gemerkt. Die meisten waren anderer Ansicht. Somit waren wir direkt im Thema.
Unser Referent Bernhard Pacho erklärte uns, wo das Suchtgedächtnis ist und zeichnete auf dem Flipchart ein Bild dazu auf. Ein runder Kreis= das Gedächtnis, in dem alles gespeichert wird. Er unterteilte dann dieses Gehirn in: Kindheit, Schulzeit, die erste Liebe, Pubertät und Sucht. Er erklärte zu jeder Phase im Leben speichert das Gehirn ab, was man getan hat, wie es sich angefühlt hat. Treten später im Leben Situationen auf die ich als Kind positiv oder negativ erfahren habe, gehe ich als Erwachsener mit den jeweiligen Situationen auch positiv oder negativ um. Das gleiche gilt für Sucht. Was mir zuerst gut getan hat speichert das Gehirn ab. Bin ich trocken und es läuft nicht alles zu meiner Zufriedenheit, kann es sein, dass sich das Suchtgedächtnis meldet. Das führt dann zu Saufdruck oder Konsumdruck. Kann ich das steuern, bin ich hilflos dem Verlangen ausgeliefert? Das war nun sehr spannend.
So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich gehen sie mit solchen Situationen und Problemen um. Es folgte eine spannende Gesprächsrunde. In der Gruppe gibt es kein richtig oder falsch. So verschieden auch hier die Menschen sind, so verschieden werden sie auch in so einer Situation damit um gehen.
Es war ein spannendes, erfolgreiches und anstrengendes Wochenende.