Vorstellung

Der Kreuzbund e.V., so wie er heute die Hilfe zur Selbsthilfe leistet, hat eine lange Entwicklungsgeschichte.
Bereits im Jahre 1896 von Pfarrer Josef Neumann (später Dominikanerpater Anno Neumann) als "katholisches Kreuzbündnis" gegründet, verstand es sich als die katholische abstinente Lebenserneuerungsbewegung. Ziel war es, den immer mehr um sich greifenden Alkoholismus einzudämmen und den Opfern sozial-karitativ zu helfen. 1909 fusionierte das katholische Kreuzbündnis mit dem "Verein abstinenter Katholiken". Ab 1926 führt der Bund den Namen "Kreuzbund".
Seit dem Jahre 1992 führt der Kreuzbund nun auch seine Bezeichnung: Kreuzbund e.V. Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und deren Angehörige.
Die Namensänderung im Wandel der Zeit macht auch deutlich, was sich inhaltlich an der Arbeit des Kreuzbundes geändert hat. Bereits 1969 wurde aus dem ehemaligen Helferdienst eine Selbsthilfe. Basierend auf Psychologischen Erkenntnissen wurde 1964 die moderne Gruppenarbeit eingeführt, wobei nun auch die Mitbetroffenen (Angehörigen) mit einbezogen wurden. Denn immer stärker wurde auch die Erkenntnis, daß gerade die Angehörigen sehr stark unter der Suchtkrankheit der Betroffenen leiden. Nachdem 1968 der Alkoholismus als Krankheit anerkannt wurde, finden die Betroffenen nun auch in Kliniken, bei Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern fachgerechte Hilfe.
Doch oft haben die Betroffen das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, obwohl sie bereits ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und ihren Körper "entgiftet" haben. Gerade hier setzt die Gruppenarbeit des Kreuzbundes an. Wichtig ist für uns, den Betroffenen und den Angehörigen das Gefühl zu vermitteln, daß sie nicht am Rande einer Gesellschaft stehen, die sie nicht mehr haben möchte. Grundlegend für uns ist die Erkenntnis, daß es noch viele andere gibt, denen es genau so geht und man die Erkrankung an Alkoholismus auch als Chance für einen Neubeginn sehen und leben kann. Gerade der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen kann Mut machen, in einer Gesellschaft, in der auf fast jeder Feierlichkeit Alkohol ausgeschenkt wird, sich nicht als Außenseiter durch die Abstinenz, sondern als vollwertiges Mitglied zu sehen. Es ist keine Schande, alkoholkrank zu sein. Entscheidend ist, sich nicht mit der Krankheit abzufinden, sondern etwas dagegen zu unternehmen. Wesentlich ist auch, als Mitbetroffener zu erkennen, daß man selbst krank werden kann, wenn man nicht bereit ist, die Krankheit des Partners, Freundes, Arbeitskollegen oder Familienmitgliedes zu sehen und etwas dagegen zu tun. Der erste und bestimmt auch der schwerste Schritt ist die Selbsterkenntnis und die Überwindung des Schamgefühls. Doch gerade wir kennen das Gefühl. Wir können aus eigener Erfahrung sagen, daß es eine falsche Annahme ist, daß der "typische Alkoholkranke" unter einer Brücke schläft und die Gesellschaft die Nase über ihn rümpft. Im Gegenteil: Wichtig ist, es nicht so weit kommen zu lassen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit auch anderen geholfen werden kann. Denn jeder einzelne Mensch ist wichtig und jeder einzelne Mensch sollte sich wichtig nehmen.
Willkommen in unseren Gruppen ist jeder - Angehöriger wie Betroffener - der über seine Probleme sprechen und vielleicht den ersten Schritt zur Selbsthilfe wagen möchte. Selbstverständlich bleibt das Gesprochene innerhalb der Gruppe, da alle Mitglieder zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.

Der erste Schritt ist schon getan - du hast diese Seite angeklickt.

Hier in Rheinberg haben wir zur Zeit sieben Gruppen mit mehr als 70 Gruppenbesuchern.

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Dann sehen wir gemeinsam weiter.

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